Ein Flug nach New York rettet das Klima nicht

Eine interessante Sammlung, die das Magazin Grazia in der Printausgabe Nr. 16 machte (link). 5 Orte, die man noch besuchen sollte, bevor sie vielleicht bald ganz von der Welt verschwunden sind. Es ist wahr, die Malediven sind durch den steigenden Meeresspiegel vom Untergang bedroht – deshalb jetzt noch mal schnell hin, bevor sie weg sind? Natürlich nicht! Die provozierende These macht vielmehr deutlich, dass um des Schutzes willen, wir nicht dorthin fliegen sollten. Aber auch der alternative Flug von Frankfurt nach New York schützt das Klima nicht. Hans Magnus Enzensberger wird das Zitat zugeschrieben: „Der Tourismus zerstört was er sucht, indem er es findet.“ Auch wenn nicht explizit auf den Klimawandel gemünzt, auch hier ist es war…

Wir sind zu viele!

100 Mio. vielleicht auch 1 Mrd. Menschen. Diese Zahl nennt James Lovelock als Obergrenze für die Weltbevölkerung – insbesondere dann, wenn sich die klimatischen Bedingungen verschlechtern (FAZ am Sonntag, 7. 6. 2009, Wissenschaft S. 59). Bekannt wurde Lovelock durch die Entdeckung der Flourkohlenwasserstoffe in der Atmosphäre, in der Menge, in der sie zuvor vom Menschen produziert worden waren. Aber auch als Vordenker der Gaia-Hypothese wird er genannt. So interessant seine jüngsten Erkenntnisse sind, so offen sind jedoch die politischen Implikationen. Wenn wirklich nur Platz für 1 Mrd. Menschen wäre, wie kämen wir dahin? Während wir in der Klimapolitik verschiedene Gerechtigkeitsprinzipien haben – z. B. gleiche Emissionen pro Kopf – wäre dies beim notwendigen family planning nicht so einfach. Gleiche Anzahl an Nachwuchs pro was? Gerechtigkeitsprinzipien sind leider nirgendwo definiert. Im Vorfeld der Klimakonferenz von Kyoto 1997 wurde auch einmal vorgeschlagen, die Emissionsrechte auf Basis der Quadratkilometer eines Landes zu vergeben (Der Vorschlag kam natürlich von einem sehr großen Land…). Vielleicht könnte man hier argumentieren, dass die Länder, die die höchsten Pro-Kopf-Emissionen haben, als erstes mit einem konsequenten family planning anfangen sollten… Es bleibt spannend, ob und wie dieser Punkt durch globale Politik angegangen wird.

Es gibt kein Menschenrecht auf Fernreisen

In einem Beitrag zu Ernährungsgewohnheiten und Klimawandel äußerte Thilo Bode von foodwatch kürzlich, dass es kein Menschenrecht auf Steak gäbe (link). Dieses Aussage gilt für Fernreisen aller Art natürlich ebenso. CO2 lässt sich fast kaum einfacher vermeiden, als auf eine Fernreise zu verzichten. Dass sich diese Sichtweise noch nicht durchgesetzt hat steht auf einem anderen Blatt; aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch…